Jugend und Videospiele (und Gewalt?)

“Mit Gewalt kann man viele Probleme lösen. Das Problem ist nur, dass man dadurch noch mehr neue schafft.” – Ernst Ferstl

Videospiele sind heute ein Gut, das sich fest in unsere Kultur eingebunden hat. Verstärkt spielen Jugendliche Videospiele. Videospiele sind ein künstlerisches und kulturelles Gut, vergleichbar mit Filmen oder Büchern. Dabei wird Jugendlichen ein vielfältiges Angebot an Spielen geboten:  Strategiespiele, Adventuregames, Jump & Runs, Autorennspiele, First & Third Person Shooter, um nur einige zu nennen. Was früher “Räuber und Gendarme” hieß, wird heute nunmal an den Spielekonsolen oder PCs gespielt – bei manchen Spielen kann man auch durchaus taktisches oder logisches Denken trainieren.

Leider sind Computerspiele in der Gesellschaft bei weitem noch nicht anerkannt. Gerade First Person Shooter (in Deutschland auch als “Ego-Shooter” bezeichnet), die von vielen Politikern den Kampfbegriff “Killerspiele” erhalten haben, sind oftmals geächtet. Dabei steckt hinter so einem Ego-Shooter oft weit mehr als nur das wahllose “Abschlachten” von “unschuldigen Menschen”.  Aus den Ecken der Regierungsparteien wurde der Ruf nach einem Verbot, gerade im Zuge der jüngsten Amokläufe, laut.

“Killerspiele sollten bei der Strafbewährung in der Größenordnung von Kinderpornografie eingeordnet werden, damit es spürbare Strafen gibt.” – Günther Beckstein (CSU), zitiert aus Netzzeitung.de

Die Jungen Piraten sehen es als eines ihrer Kernthemen an, Medienkompetenz zu fördern und auch im Bereich Computerspiele aufzuklären. Wir sind der Ansicht, dass Computerspiele in keinem Zusammenhang mit Amokläufen stehen. Stattdessen appellieren wir an die Politiker, die wahren Gründe für Gewalt an Schulen zu suchen, denn diese liegen unserer Ansicht nach am Bildungssystem und an den Schülern sowie in der Familie und dem generellen sozialen Umfeld. Selektion, Ausgrenzung und Gruppenzwang, dies sind Werte die in der heutigen Jugend gelten. Wer nicht die neusten Klamotten oder das beste Handy hat, wird ausgegrenzt oder gemobbt. In vielen Fällen nimmt dies schreckliche Ausmaße an. Mittlerweile gehört politische Aktivität schon zu einem von vielen Jugendlichen geächteten Thema. Und eben dieses Selektionsverfahren, das Schwimmen mit dem Strom, das ist unserer Meinung nach eines der Hauptprobleme. Denn wer dort nicht mithält, sei es aus finanziellen Gründen oder einfach, weil er nicht möchte, der wird sehr oft diskriminiert und gemobbt. Und eben dies verursacht Leid – und dies gepaart mit Problemen im Elternhaus und genereller Gewaltbereitschaft kann zu schrecklichen Taten führen.

Das Argument “Der Täter spielte Killerspiele” ist ebenso unsinnig wie die berühmte Parodie “Der Täter aß Brot”. Wir sind der Meinung, dass auch hier die Regierungsparteien wieder nur nach Placebolösungen streben, anstatt nach den wahren Gründen für solche Taten zu suchen. Der billigste Weg, der am meisten Wählerstimmen bringt, wird eingeschlagen, um den Anschein einer “heilen Welt” nicht zu trüben.

Computerspiele sind ein wichtiger Bestandteil der Jugendkultur und die Jungen Piraten möchten dies fördern, indem sie gerade auch in Hinblick auf Open-Source-Games tätig werden.

Paintball – ein “KampfKillerMordSpiel”?

“Je mehr Verbote, umso ärmer das Volk” – Laotse

“Paintball ist sittenwidrig, simuliert das Töten von Menschen und muss deshalb verboten werden!” – so der Wortlaut vieler Regierungspolitiker. Lässt man ihn sich noch einmal genauer durch den Kopf gehen, so fällt auf, das nach dieser polemischen Argumentationsweise bereits vieles andere schon hätte verboten werden müssen. Schon seit langer Zeit ist jeder volljährige Mann gesetzlich zum Wehrdienst gezwungen. Dort erlernt man, obgleich man eigentlich nur am Funkgerät sitzt, das Schießen mit echten Waffen auf menschenähnliche Ziele. Nirgendwo wird das Töten realistischer simuliert als bei der Bundeswehr.

Wo bei Paintball nur mit Plastik- oder Farbkügelchen geschossen wird, so schießt man in Schützenvereinen mit echten, großkalibrigen Waffen, die dann sogar zuhause gelagert werden dürfen. Paintball ist ein Mannschaftssport, was früher Räuber und Gendarme war, ist heute Paintball. Ziel ist es, die gegnerische Mannschaft aus dem Spiel zu nehmen und eine taktisch kluge Position auf dem Spielfeld einzunehmen. Dies geschieht mit Luftpistolen, die Farbkugeln schießen, wobei also eine Tötung simuliert wird. Tötung wird nicht nur beim Paintball simuliert, Fechten simuliert ebenso eine Tötung, wird aber nicht verboten. Paintball ist bereits ab 18 Jahren, also geht es der Regierung nicht darum Jugendliche vor diesen Sport zu “schützen” sondern Erwachsene Menschen zu bevormunden. Paintball hat eine breite Spielerschaft von ca. 20.000 Menschen, und bei keinem von ihnen ist erhöhte Gewaltbereitschaft durch Spielen von Paintball zu verzeichnen.