Vorwort
Das Thema Energiepolitik betrifft uns Jugendliche vornehmlich, da durch die Gestaltung dieses Themas entschieden wird, ob wir später in einer annehmbaren und lebenswerten Welt leben, oder ob wir ausgelöst durch den Klimawandel, regelmäßig mit Umweltkatastrophen und Hungerepidemien zu kämpfen haben und unser Leben in einer verstrahlten Welt verbringen dürfen.
Durch eine zielstrebige Politik kann dieses Horrorszenario auf jeden Fall noch gemindert oder sogar
verhindert werden, jedoch muss diese bald umgesetzt werden.
Wir, die „Jungen Piraten“ setzen uns für ein Umdenken in der Politik zum Besseren ein! Dabei muss schrittweise ein Übergang von unseren heutigen, veralteten Energien zu modernen, effizienten und zukunftsträchtigen Ansätzen stattfinden. Dieser Prozess ist bereits in Gang, aber noch nicht schnell genug. Deshalb muss die Politik die bereits bestehende Förderung großflächig ergänzen und weitgehend Anreize auf der Seite von Zukunftstechnologien schaffen und ebenso auf der Seite veralteter Technologien abschaffen.
Als Vision sehen die Jungen Piraten nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt als Ort, an dem nicht nachwachsende Rohstoffe ungenutzt bleiben, außer es ist zwingend notwendig. Bedarf muss, soweit dies möglich ist, aus bereits verwendeten Rohstoffen gedeckt werden, um eine langfristige Zukunft der Menschheit zu ermöglichen. Die Erde verfügt über eine begrenzte Menge an Rohstoffen, weswegen sie mit der Menschheit insgesamt in ein autarkes (=unabhängiges), sparsames System umgestaltet werden muss.
Dazu werden Einschnitte nötig sein, die aber von uns als Jugend im Sinne einer lebenswerten Zukunft mitgetragen werden müssen. Weiterhin ist es durch den Energieträger Sonne, der auch Prozesse wie Wind und pflanzliches Wachstum auf der Erde induziert, möglich, Energie nahezu unbegrenzt und extrem billig anzubieten. Diese Möglichkeit sollte für die gesamte Welt angestrebt werden, um technische Weiterentwicklung zu vereinfachen, wobei natürlich gleichzeitig unter der Prämisse eines sparsamen Systems maximale Effizienz angestrebt werden soll.
So kann die Erde sich von einer Industrie- in einer Energie- und Technologiewelt entwickeln.
Die verschiedenen Energiequellen
Fossile Brennstoffe
Generell sprechen wir uns gegen fossile Energieträger aus, da wir die Ansicht vertreten, dass nur so viel aus dem natürlichen Kreislauf an Substanzen entnommen werden darf, wie auch wieder in vertretbarer Zeit entstehen kann. Weil dies bei den fossilen Brennstoffen nicht der Fall ist, setzten wir uns für die Abschaffung der Nutzung dieser ein. Stattdessen müssen diese Produkte als Ausgangsmaterialien für die Forschung und die Wirtschaft bereitstehen – hier sind sie deutlich sinnvoller genutzt als in der Energiegewinnung durch Verbrennung. Außerdem tragen fossile Brennstoffe durch ihren hohen CO2-Ausstoß zu dem Klimawandel bei, gegen den wir uns entschieden einsetzen!
Kernenergie
Kernenergie gewonnen durch Kernspaltung
Wir sprechen uns gegen Kernspaltung aus, da zum einen die Abfallstoffe, die bei einer Kernspaltung entstehen, jahrelang (15.000 – 200.000 Jahre) hoch strahlend und somit gefährlich sind und es zum anderen keine sicheren Endlager für diese radioaktiven Stoffe gibt. Weiterhin zweifeln wir an der Klimaverträglichkeit von Atomkraftwerken. Betrachtet man alle Arbeitsschritte, die von der Förderung bis zur Endlagerung entstehen, dann hat Atomenergie gewonnen aus Kernspaltung eine schlechtere CO2 Bilanz als Kohlekraftwerke, da der Abbau mehr Energie benötigt und größere Umweltschäden anrichtet. Weiterhin wird Atomstrom in Deutschland derzeit vom Staat subventioniert [3] und ist somit in keinster Weise als Brückentechnologie zu gebrauchen.
Daher fordern wir Junge Piraten an dem politisch beschlossenen Atomausstieg festzuhalten und keine Verlängerung der Laufzeiten zu genehmigen oder neue Kraftwerke zu errichten!
Kernenergie gewonnen durch Kernfusion
Wir setzen uns für eine verstärkte Forschung im Bereich der Kernfusionsenergie ein, da hier nach heutigem Kenntnisstand keine umweltbelastenden Abfallprodukte entstehen und nahezu unbegrenzt Brennstoff zur Verfügung steht. Die radioaktive Belastung des Reaktorkerns bei Deuterium-Tritium-Fusionen ist örtlich begrenzt und wird durch den Einsatz bestimmter Materialien gut kontrollierbar sein. Reine Deuterium-Fusion hingegen gilt derzeit als relativ unbedenklich, weitere Studien müssen dies jedoch belegen. Da die Aufrechterhaltung der Fusion sehr kompliziert ist, gelten Fusionsreaktoren als sicher, technische Störungen hätten den Abbruch der Kettenreaktion zur Folge.
Anmerkung
Das ist technologisch derzeit nicht sofort umsetzbar und befindet sich in der Entwicklung und der Erprobung. Daher können wir keine Konzepte auf Basis von Kernfusion als Energielandschaft für die Zukunft fordern. Eine Forschung in diesem Bereich ist trotzdem zu unterstützen und auch durch den Staat zu fördern.
Erneuerbare Energiequellen
Wir setzen uns massiv für erneuerbare Energiequellen ein. Um den Einsatz dieser voranzutreiben, sollte generell in allen Bereichen weitergeforscht werden um eine niedrigere energetische Amortisationszeit zu erreichen. Wir sehen bei allen derartigen Technologien, aber insbesondere der Solarenergie noch einen hohen Forschungsbedarf. Letztere hat das Potential, vergleichbar mit der Photosynthese, die energetische Grundlage für Jahrmillionen weiterer Entwicklung zu werden. Die effektivste Form der Energienutzung aus Solarkraft ist derzeit die Solarthermie. Wir setzen uns für einen verstärkten Ausbau und Förderung dieser Technologie ein, da sie kostengünstig ist und einen hohen Wirkungsgrad hat. Die derzeit effektivste Form der regenerativen Energiegewinnung ist die Windkraft. Diese ist jedoch in Deutschland auf dem Land schon sehr gut ausgenutzt. Daher sollte wir für eine verstärkte Investition in Offshore-Parks sein und für eine Investition in andere Länder, die großes Windpotential haben.
Wir sprechen uns einzig und allein gegen die uneingeschränkte globale Nutzung von Bioenergie aus, denn so würden wichtige Nahrungsmittel, die zur Bekämpfung der weltweiten Armut benötigt werden, falsch verwendet. Der Einsatz dieser Technologie muss folglich mit Augenmaß und möglichst ohne Nutzung bisheriger Ackerflächen geschehen. Als regionale Energiequelle ist diese Art der Energiegewinnung beispielsweise vertretbar, sofern Abfallstoffe verwendet werden.
Generell setzen wir uns für die Konzentration von Forschungs- und Fördermitteln auf den Bereich der Erneuerbaren Energien ein. Subventionen in anderen Bereichen müssen zugunsten dessen beschnitten werden. Dies gilt gerade und besonders für auslaufende Technologien wie Förderung von fossilen Rohstoffen sowie Energieerzeugung auf Basis dieser Rohstoffe. Allerdings muss an Einschränkungen immer mindestens gelten, dass die Förderung von Firmen nach einem nachhaltigen Konzept geschehen muss sowie die geförderten Arbeitsplätze nach deutschem Rechtsverständnis geschaffen werden.
Energiepolitik in Deutschland
Wir setzen uns für einen klimaverträglichen Strom-Mix in Deutschland ein, der aus erneuerbaren Energiequellen besteht. Wir fordern einen Umstieg auf erneuerbare Energiequellen, jedoch sollte dieser seicht und ohne Energiedefizite durchgeführt werden.
Kurzfristig
So schnell wie möglich müssen die Anreize für die dezentrale Erzeugung erneuerbarer Energien stark ausgebaut werden. Dafür muss baldmöglichst eine Restrukturierung der Haushalte auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene geschehen. Weiterhin fordern wir eine Beibehaltung des Atomausstiegs nach der derzeitigen Rechtsgrundlage.
Mittelfristig
Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss so schnell vorangetrieben werden, dass ein Ausbau fossiler Energiekraftwerke gestoppt werden kann. Nur so kann der Einsatz umweltfreundlicher Technologien in Deutschland garantiert werden. Welche Mittel dafür nötig sind und welche Wege beschritten werden müssen, muss kurzfristig über einen detaillierten Plan festgeschrieben werden, der langfristig verfolgt wird. Zur Garantierung einer europaweiten Energieversorgung soll insbesondere Hoffnung auf Großprojekte wie Desertec (Prof. Czisch-Forschung) gesetzt werden.
Dabei müssen allerdings alle Faktoren wie beispielsweise Vorbehalte der Anrainerstaaten beachtet werden. Diese Staaten müssen zu gleichen Teilen wie die EU mit Rechten an dem Projekt beteiligt werden, die unveräußerlich sind. Nur so kann auf Dauer ein gerechter Einsatz garantiert werden und Konflikte mit der lokalen Bevölkerung eingedämmt werden.
Langfristig
Auf lange Sicht muss der völlige Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energie stattfinden. Spätestens Mitte des Jahrhunderts sollen die Relikte der heutigen, veralteten Energieversorgung verschwinden. Dann kann dazu übergegangen werden, die Energiekosten so weit wie möglich zu senken, um Strom und Wärme zu einem Gemeingut umzugestalten, welches uneingeschränkt als staatliche Grundaufgabe die Weiterentwicklung der Menschheit unterstützt. Insofern sollen sie die Industrienationen als Grundlage für einen weltweiten Fortschritt betrachten. Entwicklungsländer sollen zum Unkostenpreis oder sogar kostenlos mit Energie versorgt werden, um ihre Entwicklung uneingeschränkt zu unterstützen.
Technologieweitergabe an Entwicklungsländer
Energietechnik sowie nötiges Know-How soll Entwicklungsländern kurzfristig und ohne Kosten zur Verfügung gestellt werden, damit diese eigene Industrien und Produktionsstätten errichten können.
Entsprechende Unterstützung bei der Nutzung der Technologien soll gewährt werden.



